4.3 Rahmenplanung für die stadtweite Umsetzung
Superblocks fördern den Umstieg vom Autoverkehr auf den Fuß-, Rad- oder öffentlichen Verkehr, kurz den Umweltverbund. Diese Wirkung wird verstärkt, wenn das Planungsprinzip möglichst flächendeckend in der gesamten Stadt angewendet wird. Mit jeder zusätzlichen Straße, die für den Umweltverbund sicher und attraktiv gestaltet ist, wächst die Anzahl der innerstädtischen Verkehrsbeziehungen, die nachhaltig und komfortabel abgewickelt werden können.1
Eine stadtweite Umsetzung hat viele positive Effekte:
- Einheitliche Gestaltungsprinzipien vereinfachen die Planung und senken die Baukosten
- Wiedererkennbare Verkehrsführungen und Gestaltungen erleichtern die räumliche Orientierung
- Der flächendeckende Ausbau der blau-grünen Infrastruktur verbessert die Umweltgerechtigkeit zwischen den Stadtteilen und mildert soziale Unterschiede.
Ein städtebaulicher Rahmenplan ist ein informelles Planungsinstrument, welches Entwicklungspotenziale eines Stadtteils oder einer Stadt aufzeigt, Perspektiven für die zukünftige Nutzung konzeptionell darstellt und erforderliche Maßnahmen konkretisiert. Mit der Aufstellung eines Rahmenplans ist kein Rechtsanspruch auf Umsetzung verbunden. Das Verfahren ist nicht standardisiert und lässt kreative Spielräume zu. Durch einen politischen Beschluss erfolgt die Selbstverpflichtung, die Inhalte zur Umsetzungsreife zu entwickeln.2
Die Rahmenplanung ist ein Instrument in städtebaulichen Sanierungsmaßnahmen. Sie wird in § 140 Nr. 4 Baugesetzbuch (BauGB) erwähnt. Ein von der Gemeinde beschlossener Rahmenplan kann beim Abwägungsvorgang der Bauleitplanung berücksichtigt werden. Auch für die Abwägung nach § 45 StVO Abs. 1 Nr. 7, Abs. 1b “Unterstützung einer geordneten städtebaulichen Entwicklung” kann ein Rahmenplan herangezogen werden.3 Oft sind durch Rahmenpläne auch bereits Leitbilder für die Stadt entwickelt worden, beispielsweise “Der Ortskern wird vom Autoverkehr entlastet”. Dies kann durch das Zusammenspiel mehrerer Superblocks konkret umgesetzt werden.
Ebenso bietet die Rahmenplanung eine stadtweite Grundlage für den Vorrang des ÖPNV und für die Bereitstellung von “angemessenen Flächen” für den Rad- und Fußverkehr zur Verbesserung des Klimaschutzes nach § 45 Abs. 1 Nr. 7 StVO (Novellierung 2024).
Ein “Rahmenplan Superblocks” sollte als offener Entwurf verstanden werden, der in der Umsetzung laufend konkretisiert und als Grundlage für die ortsgenaue Detailplanung genutzt wird. Die Dokumentation, z. B. auf einer Website, ist daher schlank zu halten und die Aussagen eindeutig als vorläufig zu kennzeichnen. Hauptbestandteile sind:
- Räumliche Einteilung: Das gesamte Siedlungsgebiet wird in Planungsräume eingeteilt, in denen eine Entwicklung zum Superblock möglich ist (Abschnitt 4.3.1)
- Vernetzung: Analysiert werden die räumlichen Verflechtungen zwischen den zukünftigen Superblocks, insbesondere mit Blick auf die Verkehrsnetze, die blau-grüne Infrastruktur, die Biotopvernetzung und die Zentrenentwicklung (Abschnitt 4.3.2)
- Entwicklungsziele: Für jeden Superblock wird ein kurzer Steckbrief mit seinen gebietsspezifische Entwicklungszielen skizziert (Abschnitt 4.3.3)
- Umsetzungstrategie: Mit einem festgelegten Zeithorizont werden die zur Realisierung notwendigen Ressourcen, Prioritäten und Meilensteine skizziert (Abschnitt 4.3.4).
Aktuelle Kommentare zu diesem Dokument
Februar 27, 2026 um 6:18 a.m.
I.4 sollte dringend raus, zumindest das Bild. Dies ist keine sichere Radverkehrsführung (keine bauliche Trennung, sogar Parken rechts des Radverkehrs) – und auch für den Bus ungünstig. Das Bild verdeutlicht doch, dass hier ausreichend Platz für bessere Lösungen wäre, es aber eine total autokonzentrierte Lösung ist
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Februar 27, 2026 um 6:15 a.m.
Ich finde 2f wichtig, da der verbleibende Kfz-Verkehr damit verstetigt, d.h. flüssiger und sicher wird. Davon profitiert auch der Kfz-Verkehr selbst.
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Februar 27, 2026 um 6:07 a.m.
2b. würde ich deutlich positiver formulieren/ergänzen, in etwas “ durch die höhere Flächeneffizienz profitieren auch Gewerbe, da bei gleichen Flächen deutlich mehr Umsatz möglich wird“
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Februar 27, 2026 um 6:02 a.m.
Sollte Wirtschaftlichkeit nicht etwas weiter gefasst werden? Ein Hauptproblem des Autoverkehrs ist doch seine gravierende Flächenineffizienz und damit Ressourcenverschwendung. Durch weniger Autoverkehr und -stellplätze wird auch vielmehr Umsatz auf der gleichen Fläche möglich.
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Februar 27, 2026 um 6:00 a.m.
Dies könnte helfen, den Beharrungskräften zu verdeutlichen, dass dies nichts komplett neues ist, sondern auch so in Deutschland schon mit ähnlichen Ansätzen realisiert wurde und zu den deutschen Regelwerken passt
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Februar 27, 2026 um 5:58 a.m.
Wäre es nicht hilfreich aufzuführen, dass das auch in Deutschland nichts neues ist und oftmals schon in den 1970/80er Jahren mit ähnlichen realisiert wurde, wenn auch nicht so umfassend, wie z.B. in Berlin im Gräfe- oder Crellekiez?
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Februar 27, 2026 um 5:53 a.m.
Hierfür gibt es einfache und bewährte bauliche wie technische Lösungen
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Februar 27, 2026 um 5:53 a.m.
Ich finde es wichtig, dass der ÖPNV nicht nur am Rande verkehrt, sondern zentral in angemessener Geschwindigkeit. Dies ist z.B. ein Houten ein Problem, dass bei der Konzeption vergessen wurde. Nun wird versucht, dem mit Kleinfahrzeugen nachzukommen. Aufgrund der Netzstruktur ist dies aber sehr umständlich und aufwändig. Ein ähnliches Problem gibt es bei der Planung des Schumacher Quartiers. Dort hat die Verwaltung – entgegen der klaren Empfehlung der (von mir mit betreuten Machbarkeitsstudie) die Tram außen entlang am Schumacher-Damm (und nicht zentral, wie z.B. in Vauban) bevorzugt, was zu deutlichen Nachfrageeinbußen im ÖPNV führen wird und damit zu mehr Autofahrten.
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Februar 27, 2026 um 5:48 a.m.
Vielleicht dazu ein Satz wie „In den Superblocks steht der Aufenthalt im Vordergrund und die Flächenaufteilung wird darauf ausgelegt“
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Februar 27, 2026 um 5:45 a.m.
Es könnte doch ein Absatz ergänzt werden, welche Begriffe das Gleiche meinen
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