1. Einführung
Was sind Superblocks?
Superblocks sind städtische Quartiere mit hoher Lebensqualität, guter Klimaresilienz, mit sicherer Fuß-, Fahrrad- und ÖPNV-Infrastruktur und ohne Kfz-Durchfahrtsverkehr.
Wie werden Stadtviertel zu Superblocks?
Die Entwicklung zu einem Superblock ist ein kontinuierlicher Prozess. Wir empfehlen die Planung und Umsetzung entlang von drei Meilensteinen:
- Für den Basisstandard wird der Verkehr neu geordnet. Einzelne Straßenbereiche werden so umgestaltet, dass Anliegerzonen entstehen und sich der Kfz-Durchfahrtsverkehr auflöst. Die Wege zum ÖPNV und der Fuß- und Radverkehr werden sicherer und attraktiver, die Wohnqualität steigt.
- Im Regelstandard wird der öffentliche Straßenraum begrünt und für alle Anwohnenden und die Verkehrsarten des Umweltverbunds attraktiv gestaltet. Der lokale Einzelhandel, Erholungsflächen und die weitere Infrastruktur werden nach dem Leitbild der 15-Minuten-Stadt gestärkt, so dass alle wichtigen Einrichtungen des täglichen Lebens mit und ohne Kfz erreichbar sind.
- Auf dem Weg zum Zielstandard werden jedes Jahr weitere Quartiere in die Planungen einbezogen. Damit werden auch die stadtweiten Verkehrsverbindungen für den ÖPNV, Rad- und Fußverkehr attraktiver. Auf den Hauptverkehrsstraßen findet eine parallele Entwicklung statt: Während das Kfz-Verkehrsaufkommen weiter sinkt, wird die Infrastruktur für die Verkehrsarten des Umweltverbunds ausgebaut. Stadtweit entstehen Biotop- und Grünzüge. Starkregen und Hitzewellen werden abgemildert. Die Lebensqualität steigt in der gesamten Stadt.
Wer hat die Empfehlungen erarbeitet?
Die „Empfehlungen für Superblocks“ werden seit 2023 von der Fachgruppe Standards für die Mobilitätswende (FGSM) bei Changing Cities erarbeitet. In die Erarbeitung fließen Erfahrungen ein, die bundesweit in Superblock-Projekten gesammelt werden. Die Empfehlungen knüpfen an den Stand der Technik an und beziehen Erkenntnisse aus aktuellen Forschungsprojekten ein.
Wer kann die Empfehlungen anwenden?
Regelwerke für die verkehrliche Infrastruktur in Deutschland werden vorwiegend von der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen e.V., FGSV, erarbeitet (z. B. RASt, EFA, E Klima). Ihre Veröffentlichungen beschreiben etablierte Standards und werden von den zuständigen Behörden zum Teil als verbindlich anerkannt. Die FGSM möchte diese Arbeit für innovative Bereiche der Mobilitätswende ergänzen und die seit z. T. 20 Jahren nicht aktualisierten Regelwerke um Erkenntnisse des aktuellen Forschungs- und Wissensstands erweitern, insbesondere im Bereich der Mobilitätswende und Klimaanpassung.
Die vorliegenden Empfehlungen für Superblocks (ESu) werden mit dem Anspruch erarbeitet, von zuständigen Behörden als technisches Regelwerk der 2. Kategorie (“R2”) anerkannt zu werden. Die FGSM und Changing Cities e. V. empfehlen die Anwendung als Stand der Technik. Jede Behörde kann die Verbindlichkeit für ihren Zuständigkeitsbereich definieren, beispielsweise können Fördermittelgeber ihre Bewilligungsbescheide an die Einhaltung des Standards der ESu knüpfen.
Kontakt
Fachgruppe Standards für die Mobilitätswende (FGSM)
Ansprechpartner: Florian Keiper, M.Sc.
Changing Cities e.V., Oberlandstraße 26-35, 12099 Berlin
E-Mail: fgsm@changing-cities.org, Telefon: +49 30 2578 1125
Herzlich willkommen bei der Online-Kommentierung der neuen ESu! Als Redaktion sichten wir jeden Kommentar und können erste Fragen auch schnell beantworten.
Würde vorschlagen, immer mal wieder den Begriff „Superkieze“ mit aufzunehmen. Der Begriff Superilles und Supermanzanas wurde damals zwar mit SuperBLOCKS übersetzt, „Blocks“ wird aber häufig mit ausschließen und abblocken assoziiert und weniger mit den vielen schönen Vorteilen, die die verkehrsberuhigten „Superkieze“ mit sich bringen.
Hallo, für den Österreichischen/Wiener Kontext wäre es wichtig beim Wort Superblock zu bleiben. Es gibt ganz verscheidene lokale Eigenbegriffe (in Wien: „Supergrätzl“), die aber zwecks Übersichtlichkeit nicht jedes Mal erwähnt werden müssen…Superkiez ist für den Gerauch in Deutschland gut, für Österreich leider nicht.
„attraktiv“
Frage:
Was bedeutet „attraktiv“? Nicht definierter, unklarer Begriff.
Meint „attraktiv“ auch „barrierefrei“?
„alle wichtigen Einrichtungen“
Hinweis:
Zumindest in Berlin gilt: Menschen, die aufgrund einer Behinderung auf die Nutzung von KFZ angewiesen sind, müssen jedes Ziel in der Stadt (nicht nur „alle wichtigen Einrichtungen“) jederzeit selbstständig erreichen können (vgl. § 3 MobG BE).
Es könnte doch ein Absatz ergänzt werden, welche Begriffe das Gleiche meinen