4.3.4 Realisierungsstrategie
Je intensiver der Rahmenplan in der Entwurfsphase mit der Öffentlichkeit diskutiert und über Ziele, Handlungsrahmen und Grenzen der Umsetzbarkeit informiert wird, desto größer wird auch die Akzeptanz der Maßnahmen sein. Je breiter ein politischer und gesellschaftlicher Konsens erreicht wird, und je mehr tonangebende Multiplikatoren die Ideen, Vorteile und Notwendigkeiten hinter dem Plan verstehen und sich hinter den Plan stellen, umso schneller, günstiger und erfolgreicher kann die kontinuierliche Umsetzung erfolgen.1
Die Umsetzung der Rahmenplanung Superblocks wird sinnvollerweise auf das Zieljahr 2050 oder früher ausgerichtet, um das übergeordnete Ziel der Klimaneutralität zu flankieren. Innerhalb dieses Zielkorridors kann die Priorisierung der Maßnahmen durch unterschiedliche Ansätze erfolgen:
- Gesamtstädtische Priorisierung von Superblockgebieten mithilfe einer GIS-Analyse
Durch den Einsatz eines Geographischen Informationssystems (GIS) kann die Umsetzung von Superblocks anhand unterschiedlicher Raum- und Strukturdaten erfolgen. Basierend auf den Zielen der Superblocks und den unterschiedlichen städtebaulichen Typen können Ziele und Kriterien u. a. hinsichtlich Bevölkerungsdichte, Infrastruktur, soziale Infrastruktur und Biotopflächenfaktor untersucht werden.2 - Anlassbezogene Priorisierung von Superblockgebieten
Aktueller Sanierungsbedarf, geplante Bauvorhaben, starke Verkehrsbelastung oder andere den örtlichen Gegebenheiten geschuldete Anlässe können die Umsetzung von Superblocks priorisieren bzw. anstoßen. Durch eine Entwicklung entlang aktueller oder geplanter Bauvorhaben im öffentlichen Raum können Synergieeffekte genutzt und Maßnahmen kosteneffizienter umgesetzt werden, auch durch Nutzung vorhandener Fördermittel. - Bürgerschaftliches Engagement
Eine weitere Möglichkeit der Schwerpunktsetzung sind Bürgerinitiativen. Diese spielen üblicherweise eine entscheidende Rolle, da sie durch lokales Engagement potenzielle Superblockgebiete identifizieren, auf Bedarfe aufmerksam machen und eine Umsetzung durch Unterschriftensammlungen starten.
Eine Kombination dieser Ansätze und die Einbettung in die strategische Stadt- und Verkehrsplanung unter maßgeblicher Mitwirkung beider Ressorts sowie die frühzeitige Einbindung fachlich beitragender Bereiche (Grünflächen, Umwelt, Soziales, Wirtschaftsförderung etc.) kann die Umsetzung von Superblocks in Städten effektiv und nachhaltig unterstützen. Eine Verankerung der Superblock-Rahmenplanung in sektorübergreifenden Stadtentwicklungsplänen wird empfohlen.
Aktuelle Kommentare zu diesem Dokument
Februar 27, 2026 um 6:18 a.m.
I.4 sollte dringend raus, zumindest das Bild. Dies ist keine sichere Radverkehrsführung (keine bauliche Trennung, sogar Parken rechts des Radverkehrs) – und auch für den Bus ungünstig. Das Bild verdeutlicht doch, dass hier ausreichend Platz für bessere Lösungen wäre, es aber eine total autokonzentrierte Lösung ist
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Februar 27, 2026 um 6:15 a.m.
Ich finde 2f wichtig, da der verbleibende Kfz-Verkehr damit verstetigt, d.h. flüssiger und sicher wird. Davon profitiert auch der Kfz-Verkehr selbst.
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Februar 27, 2026 um 6:07 a.m.
2b. würde ich deutlich positiver formulieren/ergänzen, in etwas “ durch die höhere Flächeneffizienz profitieren auch Gewerbe, da bei gleichen Flächen deutlich mehr Umsatz möglich wird“
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Februar 27, 2026 um 6:02 a.m.
Sollte Wirtschaftlichkeit nicht etwas weiter gefasst werden? Ein Hauptproblem des Autoverkehrs ist doch seine gravierende Flächenineffizienz und damit Ressourcenverschwendung. Durch weniger Autoverkehr und -stellplätze wird auch vielmehr Umsatz auf der gleichen Fläche möglich.
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Februar 27, 2026 um 6:00 a.m.
Dies könnte helfen, den Beharrungskräften zu verdeutlichen, dass dies nichts komplett neues ist, sondern auch so in Deutschland schon mit ähnlichen Ansätzen realisiert wurde und zu den deutschen Regelwerken passt
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Februar 27, 2026 um 5:58 a.m.
Wäre es nicht hilfreich aufzuführen, dass das auch in Deutschland nichts neues ist und oftmals schon in den 1970/80er Jahren mit ähnlichen realisiert wurde, wenn auch nicht so umfassend, wie z.B. in Berlin im Gräfe- oder Crellekiez?
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Februar 27, 2026 um 5:53 a.m.
Hierfür gibt es einfache und bewährte bauliche wie technische Lösungen
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Februar 27, 2026 um 5:53 a.m.
Ich finde es wichtig, dass der ÖPNV nicht nur am Rande verkehrt, sondern zentral in angemessener Geschwindigkeit. Dies ist z.B. ein Houten ein Problem, dass bei der Konzeption vergessen wurde. Nun wird versucht, dem mit Kleinfahrzeugen nachzukommen. Aufgrund der Netzstruktur ist dies aber sehr umständlich und aufwändig. Ein ähnliches Problem gibt es bei der Planung des Schumacher Quartiers. Dort hat die Verwaltung – entgegen der klaren Empfehlung der (von mir mit betreuten Machbarkeitsstudie) die Tram außen entlang am Schumacher-Damm (und nicht zentral, wie z.B. in Vauban) bevorzugt, was zu deutlichen Nachfrageeinbußen im ÖPNV führen wird und damit zu mehr Autofahrten.
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Februar 27, 2026 um 5:48 a.m.
Vielleicht dazu ein Satz wie „In den Superblocks steht der Aufenthalt im Vordergrund und die Flächenaufteilung wird darauf ausgelegt“
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Februar 27, 2026 um 5:45 a.m.
Es könnte doch ein Absatz ergänzt werden, welche Begriffe das Gleiche meinen
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