|

3.1.1 Einteilung in Anliegerzonen

1 Leave a comment on Absatz 1 6 Das Gebiet eines Superblocks wird in der Regel von Hauptverkehrsstraßen umrahmt. Die darin liegenden Nebenstraßen werden in Anliegerzonen eingeteilt. An definierten Einmündungen können Kfz in den Superblock einfahren und alle Grundstücke einer Anliegerzone erreichen. Zwischen den Anliegerzonen bestehen direkte Wegeverbindungen für den Fuß-, Rad- und öffentlichen Nahverkehr, nutzbar auch für Einsatz- und Rettungsfahrzeuge, jedoch nicht für den allgemeinen Kfz-Verkehr. Auf diese Weise ist der Straßenraum im Superblock für den Umweltverbund und für den Kfz-Anliegerverkehr ausgelegt. Ortsfremder Kfz-Durchfahrtsverkehr verbleibt auf den dafür vorgesehenen Hauptverkehrsstraßen.

Schematische Darstellung eines Superblocks
Abb. 2: Schematische Darstellung eines Superblocks mit drei Anliegerzonen

2 Leave a comment on Absatz 2 0 Abbildung 2 stellt das Prinzip schematisch dar: Vier Hauptverkehrsstraßen (orange) umschließen das Stadtquartier, ein Fließgewässer (blau) durchquert das Gebiet. Entsprechend topografischer und städtebaulicher Gegebenheiten werden die drei Anliegerzonen A, B und C definiert, in die Kfz von den Hauptverkehrsstraßen ein- und ausfahren können (dicke Pfeile). Direkte Wege zwischen den Anliegerzonen sind dem Umweltverbund vorbehalten (gestrichelte Pfeile). 

3 Leave a comment on Absatz 3 1 Je nach lokalen Gegebenheiten können Superblocks aus einer einzelnen Anliegerzone oder mehreren Anliegerzonen bestehen. Das Prinzip ist aber immer gleich: Jeder Punkt in der Anliegerzone ist für Kfz erreichbar, aber sie ist nicht durchquerbar.

4 Leave a comment on Absatz 4 1 Die Grenzen von Anliegerzonen werden größtenteils durch vorhandene städtebauliche Strukturen gebildet, z. B. Häuserblöcke, Parkanlagen, Stadtplätze, Bahndämme oder Gewässer. Die Wegeverbindungen zwischen den Anliegerzonen sind mit Modalfiltern (Poller oder Ähnliches, siehe Kapitel 3.1.2) so zu gestalten, dass die Verkehrsmittel des Umweltverbundes und der Rettungsdienste passieren können und der sonstige Kfz-Verkehr herausgefiltert wird.

Wirkungsweise unterschiedlicher Modalfilter
Abb. 3: Wirkungsweise unterschiedlicher Modalfilter

5 Leave a comment on Absatz 5 3 Abbildung 3 stellt vereinfacht dar, wie die Anliegerzonen schon durch wenige Modalfilter gebildet werden und ein ganzes Stadtviertel zum Superblock umwandeln können: 

  • Durch eine Straßenumnutzung (1) werden die grüne und die blaue Anliegerzone getrennt, dazwischen entsteht ein vielfältig nutzbarer Stadtplatz, z. B. für Entsiegelung, Begrünung und Gastronomie.
  • Ein linearer Modalfilter (2) trennt die türkise und grüne Anliegerzone. Der Kfz-Durchfahrtsverkehr zwischen Nord und Süd löst sich auf, der Fuß- und Radverkehr profitiert von freien Straßen.
  • Die schmale Einbahnstraße (3) in Kombination mit dem durchgezogenen Mittelstreifen auf der Hauptstraße gewährleistet, dass die Ampelkreuzung auf der Hauptverkehrsstraße nicht umfahren werden kann.
Seite 9

Source: https://esu.changing-cities.org/3-1-1-einteilung-in-anliegerzonen/